• 3 CD
  • Date : 25.10.2019
  • Package : 3 CD Digipack
  • Running Time CD 1 : 79:31
  • Running Time CD 2 : 79:45
  • Running Time CD 3 : 72:55

Klaus Schulze – “La Vie Electronique Vol. 2”

Re-Launch der erfolgreichen und teilweise vergriffenen „La Vie Electronique“ Serie (Vol.1 bis 16).

La Vie Electronique erschien ursprünglich in einer streng limitierten 50er CD-Box und wurde später chronologisch mit teilweise bisher unveröffentlichtem Material in 3er CD-Sets veröffentlicht.

„La Vie Electronique 2“ enthält Aufnahmen aus den Jahren 1972 – 1975 „North of the Yukon“ und „Study for Philip K. Dick” stammen von einem historischen Tape ohne Datum und Markierung, ohne richtigen Anfang oder Ende. Es wurde wahrscheinlich 1972 oder 73 aufgenommen – und was man hört, ist hauptsächlich der schwere Sound von Klaus’ alter Teisco Orgel, zu der er einige seltsame Klänge hinzugefügt hat. Noch mehr von diesen Klängen sind auf „Electric Love-Affair“ zu hören. Es ist sicher nicht falsch festzustellen, dass Klaus der erste war, der es wagte, Krach als stilistisches Mittel zu benutzen. Die vier Stücke „Nightwind“, „Minuet“, „Signs Of Dawn“ und „Land der leeren Häuser“ stammen aus einer Zusammenarbeit zwischen Klaus und seinem damaligen Freund Hans-Jörg Stahlschmidt im Jahr 1973. Diese Stücke wurden 1973 im „Delta Acoustic“-Studio eingespielt. Die angedachten Namen für die Kollaboration wechselten zwischen „Tau“, „Tao“ und „Timewind“(!). Es wurde sogar ein Plattenvertrag mit einem deutschen Label unterschrieben, aber aus heute unbekannten Gründen ist das Album nie erschienen.

Die Musik erinnert an frühe „New Age“, doch natürlich existierte dieses Genre zu der damaligen Zeit noch nicht. Klaus’ eigenwilliger Keyboard-Stil ist bereits erkennbar.

Klaus spielt hauptsächlich Orgel, beide spielen Gitarre und Bass. Die flüsternde Stimme auf „Signs Of Dawn“ gehört Klaus. Die singende Stimme auf „Land der leeren Häuser“ ist nicht Klaus.Die drei kürzeren Titel sind die Originaltitel, die auf dem Bandkasten standen. 1973 wurde noch mehr „Avantgarde“-Musik von Klaus für das Hörspiel „Das große Identifikationsspiel“ aufgenommen – ein Science-Fiction-Thriller von Alfred Behrens. Es gewann den „Preis der Kriegsblinden Deutschlands“ und wird seitdem regelmäßig im deutschen Radio wiederholt. „Ballet Titanensee“ (so der Titel auf dem Bandkasten) wurde ca. 1973 aufgenommen.

Es wurde überwiegend, wenn nicht komplett mit der Farfisa „Professional Duo“-Orgel und einem Echogerät aufgenommen; es klingt, als wenn es schon die „Farfisa“ wäre und nicht mehr die Teisco. Im Februar 1973 nahmen wir diese neue und schwere Zwei-Manual-Orgel von Farfisa zu einem Konzert nach Paris – dem ersten Solokonzert von Klaus. Natürlich wurde zu diesem Stück nie ein Ballet aufgeführt, deswegen bekam der Titel den Namen „Titanensee“ und wir strichen das „Ballet“.

„Studies for Organ, Keyboard and Drumset“ wurde 1974 in Berlin aufgenommen; diese Musik war 22 Jahre in einem dieser verstaubten Bandkartons weggeschlossen, bis sie schließlich ausgegraben wurde. Klaus spielt Drums, Bongos, die Farfisa „Professional Duo“-Orgel  und ein zweites Keyboard, es könnte die „Solina String Ensemble“(?) sein. Hall, Echo, Phasing und Stereoschwenker gehörten zu der Zeit ebenfalls zu Klaus’ etablierter Art zu spielen. „Memento Mori“ und „Blaue Stunde“ gehören zusammen. Nicht, dass die Musik dieselbe ist, doch beide Stücke markieren einen Wechsel in Klaus’ Musik. Die Ära von „Timewind“ und „Moondawn“ war gekommen.

Ich sehe Klaus noch vor mir, wie er Nacht für Nacht vor seinem Equipment im Keller des Hauses in Hambühren sitzt, das wir gemietet hatten, nachdem wir Berlin im August 1975 den Rücken gekehrt hatten. Die Aufnahmen stammen wahrscheinlich aus dem Herbst oder Winter 1975. Teilweise ist es sehr schöne Musik und gleichzeitig unheimlich experimentell, und teilweise sehr softe, ruhige Musik.

Beide Stücke sind typisch für diese „Keller-Situation“. In diesem Keller spielte Klaus stubndenlang ohne Pause, das war seine normale Nachttätigkeit. Manchmal wurden die Bänder dieser langen Sessions archiviert… und deshalb haben wir nun zwei weitere schöne Juwelen des klassischen Schulze, zwei Juwelen, die einen Wechsel markieren: Vom frühen Experimentator zu dem KS, den wie seit „Timewind“ und „Moondawn“ kennen und lieben.


 

Tracklist:

CD 1:

  1. North Of The Yukon 20:41
  2. Nightwind 16:11
  3. Minuet 11:36
  4. Signs Of Dawn 22:34
  5. Study For Philip K. Dick 08:27

CD 1 total:                                                    79:31

 

CD 2:

Das große Identifikationsspiel

  1. Geburt der Moderne 06:02
  2. Devil May Care 07:21
  3. Les 7 boules de cristal 03:17
  4. On a marché sur la lune 07:00
  5. Der Schrecken vom Amazonas 16:40
  6. Schier unendlich 01:35

Titanensee

  1. Chaos 10:26
  2. Gaia 09:26
  3. Uranos 07:15
  4. Electric Love Affair 10:47

CD 2 total:                                                    79:45

 

CD 3:

  1. Land der leeren Häuser 11:13
  2. Studies For Organ, Keyboards And

Drumset                                                 14:47

  1. Memento More 09:06

Blaue Stunde

  1. Tooth Of Time 09:49
  2. Every Inch A King 09:24
  3. Chronique scandaleuse 07:06
  4. Con amore 04:25
  5. Last Not Least 07:21

CD 3 total:        72:55