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Mit unserer neuen Rockpalast-Veröffentlichung tauchen wir weiter in den Bereich des Folkrock ein: RICHARD THOMPSON, Gitarrist und Songschreiber der Extraklasse, vielfach ausgezeichnet und geehrt, definierte mit FAIRPORT CONVENTION die englische Variante des Begriffs Folkrock, bevor er sich Anfang der Siebziger auf Solopfade begab. Etliche seiner Lieder wie „Down Where The Drunkards Roll“ oder „1952 Vincent Black Lightning“ sind mittlerweile Klassiker und werden von unzähligen Künstlern aus unterschiedlichsten Genres interpretiert.
Zwei Mal schnitt der WDR eines seiner Konzerte mit, weitere Einladungen gab es danach seltsamerweise nicht mehr. So lieferten RICHARD THOMPSON und seine Mitmusiker am 10. Dezember 1983 in der Hamburger Markthalle ein über 100 Minuten langes Konzert ab, das alle ganz offensichtlich genossen. Prominent vertreten sind Titel des seinerzeit aktuellen Albums “Hand Of Kindness”. Verzichtet hat THOMPSON nur auf den dunklesten Track der Platte: „Devonside“, aber dieses Stück bietet er generell live ausgesprochen selten an. Auch vier Stücke von “Shoot Out The Lights” sind vertreten, wobei gerade der Titelsong durch eine zynische Vortragsweise besticht. Hier scheint THOMPSON noch einmal seiner gescheiterten Beziehung mit Ex-Frau Linda zu gedenken.
Ergänzt wird der Auftritt durch einige Instrumentals, z.B. ein paar alte englische Tanzmelodien als auch Nicht-Thompson-Klassiker wie die R’n’R – Zugaben „Great Balls Of Fire“ oder „Highschool Hop“, immer mit Simon Nicol an seiner außergewöhnlichen Cornflakes-Gitarre. THOMPSON wiederum bearbeitet seine Fender auf eine eigene Art zugleich mit Plektrum und Zupftechnik.
Nur etwa sechs Wochen später schnitt der Rockpalast anlässlich der Musikmesse MIDEM ein weiteres RICHARD-THOMPSON-Konzert mit. Der Unterschied zwischen Hamburg und dem französischen Cannes war spürbar: Eine deutlich geräumigere Bühne und das Publikum in Plüschsesseln, aber mit identischer Set-Liste minus der Zugaben. Auch die Bandbesetzung war fast dieselbe. Zwei absolut überzeugende Konzerte, wobei interessanterweise das ausgefallenste Stück des ganzen Sets, der Glenn-Miller-Klassiker „Pennsylvania 65000“ in Hamburg besser ankam als beim gesetzteren französischen Publikum. Die 2-DVD/3-CD-Box erscheint jetzt am 27. Oktober 2017.

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