• CD
  • Date : 23.10.2015
  • Package : CD Jewel
  • Running Time CD : 1:13:27

Epitaph – Outside The Law

„Dieses Album gehört zu den Klassikern der deutschen Rockmusik“ (Götz Kühnemund)

„Outside The Law“ wurde im Jahr 1974 in Chicago aufgenommen und war damit das erste Album einer deutschen Rockband, das in den USA aufgenommen und auch veröffentlicht wurde. Entstanden ist ein zeitloses, hervorragendes Rock-Album.

In der klanglich digital remasterten Version ist dieses Album nun erst recht als Klassiker zu bezeichnen.


Aufgenommen im November 1973 in den Omega-Studios in Chicago, ist „Outside The Law“ zweifellos das definitive ultimative EPITAPH-Album. Als Sound Engineer fungierte Dave „Grape“ Purple, der 1971 für Isaac Hayes’ „Theme From Shaft“ einen Grammy in der Kategorie Best Engineered Recording gewonnen hatte. Die Aufnahmen von „Outside The Law“ wurden in gerade einmal fünf Tagen abgeschlossen, wobei nur wenige Overdubs vonnöten waren, und den Endmix erledigte Ed Cody im United Technique-Studio in der South Side von Chicago.
Aber wie schafft es eine deutsche Rockband, in Studios aufzunehmen und mit Technikern zu arbeiten, deren Reputation auf schwarzer Musik basiert – und dabei obendrein noch ein dermaßen brillantes Album zu produzieren?
Im Frühsommer 1972 lieferten EPITAPH eine atemberaubende Vorstellung bei einem Rockfestival auf der Berliner Waldbühne. Ebenfalls anwesend an jenem Tag war Gary Pollack, seines Zeichens Chef von Billingsgate Records, der Cliff Jackson auf dem Weg zur Garderobe mit der Bemerkung stoppte: „In fünf Wochen geht ihr Jungs auf US-Tour.“ Wohl wissend, dass noch keine deutsche Rockband je in den USA getourt war oder aufgenommen hatte, zeigten sich Cliff und die Jungs ein wenig skeptisch angesichts dieser jüngsten Prophezeiung. Doch siehe da, EPITAPH fanden sich im August 1972 im O’Hare Airport von Chicago wieder, von wo sie auf eine erfolgreiche, zwanzigtägige Tour aufbrachen.
Danach kehrten die Musiker auf einer Welle der Euphorie in die Bandresidenz bei Visselhovede in Norddeutschland zurück und machten sich an die Arbeit zu einem neuen Album. Das Demo wurde zwei Monate später im Windrose Studio in Hamburg aufgenommen und an Gary Pollack geschickt, der die Band nach Chicago einlud, um „Outside The Law“ aufzunehmen. Während Billingsgate die Veröffentlichung des Albums vorbereitete, spielten EPITAPH jede Menge Gigs in und um Chicago.
Ungefähr zu dieser Zeit wollte Irving Azoff, damals Manager von Joe Walsh, EPITAPH unter seine Fittiche nehmen. Die Band traf sich mit ihm und versuchte zwei Tage lang, sich mit ihm auf einen Vertrag zu einigen, doch ihr damaliger deutscher Manager bekam bald kalte Füße. Angesichts des Umstands, dass Manager Werner Kuhls kein Wort Englisch sprach, war eigentlich nicht nachvollziehbar, mit welchen von Azoffs Vorschlägen er nicht einverstanden war, doch letztendlich kamen EPITAPH aus dem Vertrag mit Kuhls nicht heraus, und Kuhls träumte vom ganz großen Durchbruch. Nach Deutschland zwecks einer europaweiten Tour zurückbeordert, mussten EPITAPH jedoch sehr schnell einsehen, dass Kuhls kein Azoff war. Es sollte sich nämlich herausstellen, dass besagte Tour aus Auftritten als Opener für Status Quo sowie einem einzigen Festival-Gig bestand. Azoff arbeitete übrigens im Weiteren für Künstler wie The Eagles, Jewel, Van Halen, Neil Diamond, Steely Dan, Guns N’ Roses und Christina Aguilera, um nur einige wenige zu nennen.
Werner Kuhls wurde Konzertveranstalter und Herausgeber der deutschen Ausgabe des Rolling Stone. Nunmehr ohne eigenen Manager, hofften EPITAPH auf mehr Erfolg mit Billingsgate.
Als sie Ende 1974 anlässlich ihrer dritten US-Tour in die Staaten zurückkehrten, wurde allerdings ziemlich schnell klar, dass Billingsgate sich trotz hervorragender Albumverkäufe in finanziellen Schwierigkeiten befand und sich außerstande sah, eine richtige Promotour zu finanzieren. Zwei Monate und ein paar sporadische Gigs später kehren die Musiker nach Deutschland zurück.
Als Billingsgate schließlich offiziell für bankrott erklärt worden war, befürchtete die Band, auf einem Teil der Schulden sitzenzubleiben und löste sich deshalb im Januar 1975 vorsichtshalber offiziell auf. Klaus, Bernie und der neue Drummer Panzer Lehmann spielten in verschiedenen deutschen Acts, während Cliff sich in Richtung Kathmandu aufmachte.
Nachdem sie ihre Enttäuschung über die Billingsgate-Episode überwunden hatten, kamen die Bandmitglieder später im selben Jahr wieder zusammen und nahmen ein paar Songs in Dortmund auf. Die damals entstandenen Bänder gingen verloren.
Während der 1980er machten EPITAPH mit verschiedenen Line-ups weiter und brachten eine Reihe von Alben heraus.
Auf Vorschlag von Rudolf Schenker von den Scorpions trommelten Jim McGillivray und Cliff Jackson die Band im Jahr 2000 anlässlich des inzwischen legendären Live at the Brewery-Konzerts zusammen. Einige Zeit später entdeckte Cliff beim Aufräumen seines Kellers die „Lost Tapes“. Endlich kommen EPITAPH-Fans in den Genuss einer Auswahl dieser „Lost Tapes“, die hier als Bonustracks zu hören sind. Und die zwanzig Jahre Wartezeit haben sich definitiv gelohnt.
Story by Alistair A. Tarwid

 

 

Statements by Bernd Kolbe and Cliff Jackson:„Outside The Law“ waren wir wohl irgendwie alle in dieser Zeit!“

„Ein Grund dafür, dass es aus der Zeit der Aufnahmen in Chicago so gut wie keine Fotos existieren, liegt wohl daran: Billingsgate hatte die Band zusammen mit einem Fotografen tagelang von Location zu Location getrieben um Bilder für „Outside The Law“ und die Pressearbeit zu machen. Der Fotograf machte einen professionellen Eindruck, war nett und schien immer um die wirklich beste Einstellung bemüht.

Nachdem er aber einen Vorschuss von immerhin 600 $ in seiner Tasche hatte verschwinden lassen, war auch er für immer verschwunden. Wahrscheinlich hatte er nicht mal einen Film in seiner Kamera … God knows.“
„Die Aufnahmen zu „Outside The Law“ verliefen hochgradig professionell, aber immer locker und in bester Stimmung. Was das Arbeiten im Studio anging, haben wir dort in kurzer Zeit sehr viele neue Erfahrungen gemacht. Gelernt, was es heißt, unter guten Bedingungen aufzunehmen. Wirklich gute Tipps gab es außerdem von Lynyrd Skynyrd, die bei unserem Album-Mix plötzlich in den Omega Studios auftauchten. Die Jungs waren richtig nett und absolut gut drauf. Kein Wunder, hatten sie mit ‚Sweet Home Alabama’ doch gerade einen Nummer 1 Hit gelandet.
„Natürlich hat es 1973/74 auch Meetings und Verhandlungen mit Irving Azoff (Manager von u.a. Joe Walsh, den Eagles, REO Speedwagon, Journey) und mit Seymour Stein (Produzent u.a. von Talking Heads, Fleetwood Mac, gilt als Entdecker Madonnas) gegeben. Ich glaube, die Nummer erschien uns damals einfach zu groß, zu unwahrhaftig. Da sitzt man mit solchen Größen an einem Tisch und kriegt letztendlich einfach ‚kalte Füße’. Wir konnten damals ja auch niemanden wirklich fragen, wie das US Music Business funktionierte – waren wir doch die erste deutsche Band überhaupt, die in den USA tourte und produzierte. Unser damaliger Manager war uns auch keine große Hilfe. Die englische Sprache war einfach nicht sein Ding.“
„Eine nette Überraschung gab es bei der Triad Radio Station in Chicago, wo wir zu einem Live-Interview eingeladen waren. Wir waren viel zu früh dran und platzten mitten in das noch laufende Interview mit Peter Gabriel und Phil Collins. But – that doesn’t matter. Man rückte vor dem Studio-Mikrofon einfach ein bisschen enger zusammen und ließ den Worten freien Lauf. Möglicherweise haben die Six-Packs ‚Löwenbräu’, die wir mitgebracht hatten, irgendwie dazu beigetragen. Lustig, aber letztendlich auch ziemlich kurios. Insbesondere Peter Gabriel schien zu der Zeit ein wirklich großer Fan der deutschen Braukunst zu sein. Als kleines Dankeschön gab es eine Einladung zum Genesis–Konzert am darauf folgenden Abend, was wir, gemeinsam mit ein paar Freunden, ziemlich genossen haben.“

 

 

„Überhaupt ermöglichte es uns Billingsgate einige interessante Konzerte zu besuchen. Unvergessen bleibt insbesondere das Crosby Stills Nash–Konzert, für das man uns extra 4 Stühle am Seitenvorhang auf der Bühne aufgestellt hatte. Nicht unbedingt die schlechtesten Plätze. CSN hautnah und mit Gänsehaut-Feeling all the time.“
„Über eine wirklich nette Geste der Kollegen von Golden Earring konnten wir uns an einem kalten Morgen in Chicago freuen, als wir die Band auf dem Titel des aktuellen Rolling Stone-Magazin mit dem Cover unserer LP „Outside The Law“ und erhobenen Daumen in Händen haltend entdeckten. Vor unserem USA-Trip waren wir mit Golden Earring auf einer ausgedehnten Deutschland-Tour. Zu der Zeit hatten sie einen neuen, bis dahin unveröffentlichten Titel im Live-Programm, den wir so unglaublich ‚big’ fanden, dass wir die Band immer wieder darauf gedrängt haben, diesen Titel unbedingt aufzunehmen und zu veröffentlichen. „Radar Love“, ihre erste Single-Veröffentlichung in den USA, wurde dann ja bekanntermaßen ein Top 20-Erfolg. – Wir haben die Geste der Rolling Stone-Titelseite als kleines Dankeschön fürs Drängen gesehen. Good old boys …“

 

TRACKLISTING:

  1. Reflexion (Cliff Jackson) 5:17
  2. Woman (Cliff Jackson/Bernd Kolbe) 4:18
  3. Big City (Cliff Jackson) 5:53
  4. In Your Eyes (Cliff Jackson) 2:50
  5. Outside The Law (Cliff Jackson/Klaus Walz) 6:05
  6. Tequila Shuffle (Bernd Kolbe/Cliff Jackson/Klaus Walz) 4:59
  7. Fresh Air (Cliff Jackson/Bernd Kolbe/Klaus Walz) 9:01

BONUS-TRACKS:
Taken from the never before released recordings “The Lost Tapes” (1974)

8.Train To The City (Cliff Jackson/Bernd Kolbe) 4:03
9. Wasted So Much Time (Cliff Jackson/Bernd Kolbe) 3:00
10. Kind Of A Man (Cliff Jackson/Bernd Kolbe) 4:54

EXTRA BONUS:
LIVE – TRACKS
Recorded live at the Brewery, Unna
(2000, the Reunion Concert)

11. Woman (Cliff Jackson/Bernd Kolbe) 5:53
12. Outside The Law (Cliff Jackson/Klaus Walz) 7:53
13. Jims Thing (Jim McGillivray)    2:49
14. Big City (Cliff Jackson)  6:32


 

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