Statt mit einem Trommelwirbel oder Tusch gratuliert das Team von MIG Music Peter Rüchel zum 80. Geburtstag mit – wie könnten wir auch anders – einem Video aus einem der Rockpaläste, einem feinen Ständchen von Telecaster-Crack Roy Buchanan. Happy birthday and rock on!!

Peter Rüchel ist einer der Väter des Formats “Rockpalast”. Sein Geburtstag ist dieses Jahr nicht der einzige Grund zum Feiern – vor 40 Jahren, in der Nacht zum 23. Juli 1977, ging nämlich die erste Rocknacht in der Essener Grugahalle über die Bühne. Diese Location war die beste, wie Rüchel der WAZ erläuterte, „Köln war da zu nah, die Dortmunder Westfalenhalle war zu groß. In der Grugahalle stimmten Größe und Ambiente.“

Der WDR hat mit dem Rockpalast seinerzeit Fernsehgeschichte geschrieben, denn Rockkonzerte live und in voller Länge zu übertragen – das hatte es zuvor noch nicht gegeben. Samstags, zu einer Zeit, wo man sonst ausgeht. Direkt nach Nachrichten um 20.15 Uhr ging es los. Zuerst kam das Eurovisions-Intro, denn – auch das war neu – die Sendung wurde parallel in weitere sieben Länder ausgestrahlt sowie ARD-weit im Radio übertragen. So konnte man, auch ohne digital oder Full-HD, den vollen Konzertsound über seine Stereoanlage laufen lassen. Später kamen weitere Länder in Europa hinzu. Das waren Reichweiten, von denen die Branche heute nur träumen kann. Mit einem Konzert erreichte man sogar mehr Zuschauer als mit einer ganzen Tournee, ganz zu schweigen von den Verkäufen nach so einem Auftritt.

Anlässlich der Rockpalastnächte, die zwei Mal im Jahr veranstaltet wurden, trafen sich Rockfans bald überall in Europa und machten Party, und so haben die Rockpalastnächte sicherlich auch ihren Anteil am besseren Miteinander in Europa gehabt.  Mit dem Aufkommen der Privatsender, von MTV und Quotendruck veränderte sich das Bild. Und so kam 1986 das Aus für die Übertragung aus Essen. Der „Rockpalast“ hat sich hingegen gehalten und in Sachen Bands hat er nach wie vor sein Ohr am Puls der Zeit.

An besondere Momente und Höhepunkte der Rockpalast-Zeit erinnert sich Peter Rüchel in seinem reich bebilderten Buch “Rockpalast”. MIG-Geschäftsführer Manfred Schütz lernte

Peter Rüchel leider erst relativ spät kennen, nach der Blütezeit der Rockpaläste, wie er erzählt. „Das war 2007, als wir die ersten Rockpalast-DVDs herausbringen wollten, noch zu SPV-Zeiten.“ Und er zählt sofort die allerersten sechs Veröffentlichungen am Stück auf, die produziert wurden: John Cippolina, Dicky Betts, Jorma Kaukonen, Spirit, Paul Butterfield und Commander Cody. Inzwischen gibt es fast 50 Konzerte auf CD und DVD. Aber noch sind längst nicht alle Schätze aus dem Rockpalast-Archiv gehoben. Es gibt noch viel zu tun…

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