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Am 16.12.2016, noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest, erscheint bei MIG Music das Album „Heading North 53°N 8°E – Live in Bremen“ von den Beat Farmers. Cowpunk nannten die Beat Farmers ihren recht eigentümlichen Mix aus Rock’n’Roll, Rockabilly, Americana, Blues, Folk- und Country-Elementen; ein bisschen vergleichbar mit Jason & The Scorchers, die fast zur gleichen Zeit versuchten, den Markt zu erobern. In eine ähnliche Richtung gingen damals auch Bands wie Nine Pound Hammer aus Kentucky oder die Blasters aus Los Angeles.

Wie die Blasters stammten die Beat Farmers aus dem Sonnenstaat Kalifornien, genauer gesagt: aus San Diego. Dort hatten Dick Montana und Jerry Raney die Band 1983 gegründet. Komplettiert wurde das Quartett durch den Gitarristen Bernard „Buddy Blue“ Seigal und den Bassisten Rolle Love, beide von der Rockabilly-Band The Rockin‘ Roulettes. Ein Jahr später kam dann bereits auf Rhino Records der erste Longplayer „Tales Of The New West“ in die Plattenläden.

1985 folgte die EP „Glad’N’Greasy“ mit sechs neuen Songs, co-produziert in England von Graham Parker und dem Multi-Instrumentalisten Bob Andrews von Parkers Band THE RUMOUR. Danach wechselte die Band zum C&W-Label Curb Records und veröffentlichte Album Nummer zwei, „Van Go“. 1987 folgte das dritte Album „The Pursuit Of Happiness“. Bernard „Buddy Blue“ hatte die Band inzwischen verlassen und Joey Harris (vorher schon bei Country Dick Montana & The Snuggle Bunnies) sprang ein. Nun waren die Beat Farmers vollends in der Spur. Musik und Sound waren rocklastiger und druckvoller als auf dem Vorgänger „Van Go“. Mit „Hollywood Hills“ hatte die Band ihre Übernummer geschaffen, lediglich die Singleauskopplung „Make It Last“ wurde noch von den amerikanischen Country-Sendern gespielt. Der Büffel auf dem Cover wurde zum neuen Markenzeichen der Band.

Im Frühsommer 1988 gingen die Beat Farmers auch in Europa auf Tournee. Das vorliegende Konzert wurde am 29. Mai im Bremer „Modernes“ aufgezeichnet. Die Band war laut, rockig, dreckig, rotzig, voller Elan und Spielfreude. Sie spielten gleichzeitig mit Punk- und Rockabilly-Attitüden und huldigten dennoch der Countrymusik, fast schon im Stil von Dr. Hook & The Medicine Show.

Zentrale Figur bei den Beat Farmers war Country Dick Montana. Er saß am Schlagzeug und gab zuweilen auch den Frontmann und Entertainer, eine manchmal widersprüchliche, fast absurde Gestalt irgendwo zwischen einem Waylon Jennings und einem Johnny Rotten. Die hat er nicht nur auf der Bühne ausgelebt, sondern auch in seinem Privatleben. So lebte Daniel Monte McLain, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, etliche Jahre auf der Überholspur bis er eines Abends in einer Show tot vom Schemel kippte. Das ist jetzt 21 Jahre her. Für Fans dürfte das digital überarbeitete Konzert mit dem 16-seitigen Booklet, ausführlichen Linernotes und etlichen Fotos ein schönes Wiederhören bescheren.

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