Die wesentlichen Faktoren der Administration sind abgehandelt, und endlich geht es wieder um die Musik. Die Reihe historischer Aufnahmen aus den Archiven des Norddeutschen Rundfunks, die bei Moosicus unter dem Titel „NDR 60 Years Jazz Edition“ lief, wird MIG unter dem Titel „NDR Jazz Edition“ weiterführen.

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Zunächst geht in dieser Reihe im August „ALBERT MANGELSDORFF – THE JAZZ SEXTET“ an den Start. Die Aufnahme aus dem ehemaligen Hamburger Studio 10, jetzt Rolf Liebermann Studio, stammt vom 12. April 1957, ist also ein ganz früher Mangelsdorff.  Der damalige Jazz-Redakteur Hans Gertberg hatte ein Ensemble nach Hamburg eingeladen, das sich auf Tournee in Europa befand. „The Jazz Sextet“ nannte sich das illustre Tournee-Ensemble. Neben Albert Mangelsdorff an der Posaune brillieren die beiden Cool- und Westcoast-Meister, die sich im Orchester von Stan Kenton kennengelernt hatten, Bob Cooper (Klarinette – Saxophon – Oboe) und Bud Shank (Tenorsaxophon undFlöte), der Gitarrist Attila Zoller, der Drummer Karl Sanner sowie ein 22-jähriger Gary Peacock am Bass. Für Jerome Kerns “Yesterdays” gesellt sich gar noch der Klarinettist Tony Scott zum Ensemble, und mit ihm verwandelt sich das Stück – für diese Zeit außergewöhnlich lang – zu einer 20-minütigen Reise um die Welt.

Doch das bleibt die Ausnahme. Geboten wird ansonsten ein Repertoire, das in erster Linie aus Standards von Shearing und Gershwin besteht – dies aber wunderbar luftig und intelligent gespielt. Das „luftige“ mag daher rühren, dass auf ein Klavier verzichtet wird. „Wer Lust hat an Etiketten, mag das „Westcoast“ nennen – in erster Linie aber ist ein selbstbewusstes, extrem gut sortiertes Ensemble zu hören“, schreibt Michael Laages in seinen Linernotes zum Album.

Danach steht dann etwas Zeitgenössisches auf dem Programm, nämlich ein neues Album des ATOM STRING QUARTET, der derzeit wohl spannendsten Jazzband aus Polen.

Und dann drehen wir die Uhr wieder zurück, in die Frühzeit des Jazz, zu Ragtime und Swing – präsentiert von LEON REDBONE. Der kanadische Sänger und Gitarrist ist ebenfalls neu auf Moosicus. Redbones Spezialität ist neben Blues, Swing und Jazz vor allem die Tin-Pan-Alley-Popularmusik. Moosicus veröffentlicht zwei Konzerte von Redbone aus dem Jahr 1977. Beide Konzerte wurden damals von Radio Bremen aufgezeichnet. Den Abend vom 12. Januar 1977 in der Bremer Glocke bestritt LEON REDBONE im Vorprogramm seines Kollegen Leo Kottke. Die Radio-Bremen-Mitschnitte stammen noch aus der Frühphase des Künstlers, der 1977 mit “On The Track” und “Double Time” gerade mal zwei Alben am Start hatte.

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