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  • Date : 29.10.2010
  • Package : CD Digipack
  • Running Time CD : 38:38
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Eberhard Schoener – Trance-Formation

Mig-Music ist stolz darauf, den Back-Katalog von Eberhard Schoener nach Jahren endlich wieder zu veröffentlichen.
Eberhard Schoener ist ein klassisch ausgebildeter Violinist und Operndirigent, zudem gründete er 1965 die Münchener Kammeroper.

1968 richtete er in den Bavaria Studios ein Labor für elektronische Musik ein und war der erste deutsche Musiker, der einen Moog-Synthesizer besaß und damit elektronische Musik aus Deutschland weltweit auf den Weg gebracht. Mit diesem Moog spielten auch Popol Vuh und bis heute Klaus Schulze. Eberhard Schoener brachte als erster deutscher Musiker ein Album mit Meditationsmusik heraus, das ausschließlich aus elektronischer Musik bestand (auf Alben wie “Meditation”).

Später benutzte er den sample-basierten Fairlight CMI Synthesizer um Naturklänge, Vogelstimmen und verschiedene Orchester miteinander zu kombinieren. Bereits in den 70er Jahren fusionierte Eberhard Schoener klassische Musik mit Popmusik und Weltmusik. So war er der erste Musiker, der mit seinen Arbeiten mit Musikern aus aller Welt den Begriff “World Music” prägte und der erste deutsche Musiker, der mit Bands wie Deep Purple und Procol Harum Klassik und Rock miteinander verband. (z.B. auf den Alben “Sarabande” und “Windows”).

Eberhard Schoener arbeitete mit Sting, Andy Summers und Stewart Copeland schon Jahre vor deren internationalen Durchbruch als “Police”. (auf den Alben “Flashback” und “Video Magic”) In mehreren Staffeln wird Mig-Music das Gesamtwerk von Eberhard Schoener wieder veröffentlichen. Wie man es von uns gewohnt ist, natürlich auf höchstem Niveau: Remastered, im aufwändigen Digipack mit ausführlichen Linernotes und unveröffentlichten Fotos und Bonusmaterial inklusive unveröffentlichten und raren Aufnahmen auf DVD.

Über „Trance-Formation“:
EBERHARD zu ‚Trance-Formation‘: „Was mich damals interessierte, war zum Beispiel bei ‚Frame of Mind‘, dem ersten Stück auf der LP, eine Art Verschiebung musikalischer Schichten herzustellen, das heißt die Chö¬re, fast kanonisch, immer in einem bestimmten Zeitabstand nacheinan¬der einsetzen zu lassen.
Das hatte eine unglaubliche Wirkung. Wir mussten das technisch sehr raffiniert hinbekommen, denn es gab ja noch keine Computer. Also zogen wir durch das EMI-Studio Tonbandschlei¬fen von etwa acht, neun, zehn Metern Länge, die in festgelegten Zeitab¬ständen gestartet werden mussten. Das war ein in technischer Hinsicht geradezu verrücktes Vorhaben und ich glaube, in der Art war überhaupt noch nie produziert worden.
Das ganze Studio glich einem Irrgarten. Es liefen überall Bänder durch den Raum, die an Mauervorsprüngen oder an Besenstielen aufgehängt waren. Als ich die Zeitverschiebung, die durch den unterschiedlichen Start der Bänder hervorgerufen war, bei ‚Frame of Mind‘ fertig hatte, sagte ich zu Andy und Nippy Noya, dem Per¬cussionisten: „Vergesst den Beat, vergesst den Takt! Spielt frei nach eurem Gefühl. Ich möchte eine vollkommene Verwischung des Takts haben.“

Es sollte ein großer Bogen entstehen – eine Phänomenologica, wie Celibidache ihn genannt hatte –, der einen Sog erzeugte.

Bei ‚Falling in Trance‘ wandte ich das Black-&-Decker-Prinzip an. Wir nannten es so nach der Werbung, in der der Firmenname in einem rasend schnellen, abgehackten Rhythmus ausgesprochen wurde. Beim Moog-Synthesizer war ein Sequenzer dabei. Dieser Sequenzer erlaubte es, ganz bestimmte Tonfolgen zu wiederholen und so den Black-&¬-Decker-Effekt hervorzurufen. Es waren viele Versuche nötig, bis die Computerklänge dieses Rattern erzeugten. Wir wurden für den Deut¬schen Schallplattenpreis nominiert, da das Black-&-Decker-Prinzip etwas völlig Neues war. Als ich später einmal in einem New Yorker Nachtclub auf Long Island war, hörte ich eine Musik und dachte: „Mein Gott, das kennst du doch!“ Ich fragte den DJ danach und er sagte: „Munichsound“. Ich habe diese Platte dann gekauft, sie war die Num¬mer eins in den USA.

Als ich nach Deutschland zurückkam, fragte ich meinen damaligen Techniker Robert Wedel: „Das hier habe ich in Ame¬rika gehört, die aktuelle Nummer eins dort. Sagen Sie, haben Sie diesen Effekt jemanden weitergegeben?“ „Ja“, antwortete er, „Giorgio Moroder. Ich wusste nicht, dass er es für sich verwenden wollte.“ Moroder, Produ¬zent und Komponist, hatte dann noch eine Frauenstimme daraufgelegt, ich glaube, es war die von Donna Summer.“

Es wurde EBERHARD erst nach einiger Zeit klar, wie weitreichend die unbedachte Handlung von Robert Wedel war. Er kannte seinen Techni¬ker gut genug, um zu wissen, dass es von dessen Seite reine Sorglosigkeit war. Und mit Bedauern sah er die Tantiemen nach Los Angeles fließen. 1977 versuchte er in einem Rechtsstreit gegen den mehrmaligen Oscar-und Grammy-Gewinner seinen Anteil an dessen Hit ‚I Feel Love‘ zu bekommen. EBERHARD, vollkommen unerfahren, was Prozesse betrifft, verlor.

„‘Falling in Trance‘ besaß eine unwiderstehliche Magie, die Musik ent¬wickelte beinahe einen Sog. Entstanden war sie ebenfalls im EMI-Stu¬dio in München im Bürgerbräukeller, wo in der großen Halle Skat- und Schafkopf-Abende stattfanden und bereits morgens ab 11 Uhr in der Schwemme Betrunkene herumsaßen. Es war schon eine merkwürdige Stimmung, wenn wir das Studio verließen – diese Bierdümpelei und wir, die versuchten, in einem experimentellen Bereich Musik neu zu erfin¬den.“
Stefanie Schoener. Aus dem Buch „Eberhard Schoener – Grenzen gibt es nicht“
© 2010 LangenMüller in der F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München

 

Player

TRACKLISTING:

  1. Falling In Trance 05:42
  2. Shape Of Things To Come 12:21
  3. Frame Of Mind 05:15
  4. Signs Of Emotion 02:48

Trance-Formation      12:17

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