Roger McGuinn’s Thunderbyrd

West Coast Legends Vol.4


  • DVD
  • Date : 30.06.2010
  • Package : DVD Digipack
  • Running Time : 1:12:22
  • Video Format : DVD 5
  • Audio Format : Dolby Digital
  • Regionalcode: 0
  • FSK: 0
  • DVD@Shop

Roger McGuinn’s Thunderbyrd – West Coast Legends Vol.4

Ein historisches Datum: In der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 1977 ging die erste Rockpalast-Nacht über die Bühne der Grugahalle in Essen. Die Sensation: Sie wurde LIVE im ERSTEN (ARD) übertragen, 7 europäische Länder übernahmen schon dieses erste Programm über Eurovision. Sie wussten nicht, was auf sie zu kam, fanden aber die Idee einer Nacht mit live gespielter Rockmusik einfach gut. Zehn Jahre und siebzehn Nächte lang blieb das dann so.
Zwei Mal im Jahr hieß es: Tagesschau, Wetterkarte, Wort zum Sonntag, Eurovisions-Fanfare, Rockpalast. Primetime live, Ende offen und mit parallelem Stereoton im Radio.
Das war, als die öffentlich-rechtlichen Sender noch „alleinerziehend“ waren, und der Westdeutsche Rundfunk (WDR) machte es möglich.
Die erste Nacht begann mit vollen Konzerten von Rory Gallagher und Little Feat. Die Auswahl war programmatisch: Nicht die „Charts“ waren die Richtschnur, sondern „Musik, die ins Herz traf“, ganz egal, wo sie „notiert“ war.
Und dann – tief in der Nacht – das geniale Konzert von ROGER McGUINN’S THUNDERBYRD. Ich hatte mit Rory Gallagher’s Bruder Dónal die Idee, es Bob Dylan gleich zu tun, dessen „Rolling Thunder Revue“ – eine Tournee (1975/1976) mit Freunden –unsere Fantasie beschäftigte. Wir stellten uns ein europäisches Pendant vor, mit Rory im Mittelpunkt. Das war dann so nicht zu realisieren, aber aus dieser Idee ergab sich die Einladung an ROGER McGUINN. Der hatte an Dylan’s Tournee teilgenommen, woran der von ihm gewählte Name seiner Gruppe erinnerte: Eine Kombination von Rolling Thunder und Byrds. Wir waren damit mitten in der Tradition, die Rockpalast in seiner ganzen Geschichte bestimmen sollte. Mit seiner zwölfsaitigen Rickenbacker-Gitarre – der Bund eingekerbt vom vielen Dylan-Spielen in D (wie Regisseur Christian Wagner bemerkte) – brachte er den „Jingle, Jangle“ – Sound der Byrds auf die Bühne der Grugahalle. Und natürlich durfte „Mr. Tambourine Man“ nicht fehlen, der Dylan-Song, den die Byrds zum Hit gemacht hatten. Jede der drei Gruppen hatte einen eigenen Probentag. ROGER probte am Mittwoch vor der Sendung. Da wir alle auch im gleichen Hotel wohnten, hatten wir fast eine Woche lang Gelegenheit, uns so gut kennen zu lernen, das wir sagen konnten „WIR sind auf Sendung“ als am Samstag, 23. Juli 1977 der Rockpalast-Vorspann durch die Halle donnerte und die Live-Sendung eröffnete. Sie dauerte über fünf Stunden bis in den frühen Morgen.
Mit ROGER McGUINN betrat eine musikalische Legende die Rockpalast-Bühne. Reminiszenzen an die Byrds, die er mitgegründet hatte, wurden wach, an die dreistimmigen Vokalharmonien dieser Gruppe, die von manchen als „die amerikanische Antwort auf die Beatles“ gesehen wurde.

Vielfältige musikalische Beziehungen wurden in der Sendung sicht- und hörbar. „American Girl“ erinnerte an die Original-Version von Tom Petty, die dieser wie einen Byrds-Song hatte klingen lassen. Pete Seeger’s „Turn, Turn, Turn“. Und „Eight Miles High“ hatten wir im Rockpalast-Studio schon mal mit Leo Kottke aufgenommen – mit der zwölfsaitigen akustischen Gitarre. Persönliche Favoriten wurden gespielt: „Chestnut Mare“, damals ein Lieblingssong des Regisseurs Christian Wagner.
Eine magische Nacht. Wir konnten es kaum glauben, dass dieses ungewöhnliche Format tatsächlich über die Sender gegangen war – europaweit. Nicht von ungefähr war „Eight Miles High“ der letzte Song der Nacht. Dieses Lied, das – je nach Betrachtungsweise – einen Flug der Byrds über den Atlantik nach England oder aber Drogen-Erfahrungen beschreibt (David Crosby hat später eingeräumt, dass auch das mitgemeint war), reflektierte auch unsere Stimmung. Überwältigt fielen wir aus dem Ü-Wagen, die blasse Mondsichel stand noch am Himmel über Essen, und wir hatten Tränen in den Augen. Die (Über-)Spannung, die uns vom Beginn der Planung dieses großen Ereignisses bis zu diesem Moment beherrscht hatte, löste sich in ungläubiges Staunen auf, darüber, dass wir es „gebracht“ hatten. Am nächsten Tag bin ich nicht ins Büro gegangen, ich wollte auf nichts angesprochen werden. Aber als ich dann „gelandet“ war, wurde ich im WDR empfangen mit: „Peter, das müssen sie öfter machen“. Ich bat um zwei Sendetermine im Jahr – im Frühjahr und im Herbst. Die bekam ich und so blieb es zehn Jahre lang.
Peter Rüchel

 

 

Player

Tracklisting:

1.     Lover Of The Bayou
2.     American Girl
3.     Mr. Spaceman
4.     Why Baby Why/Tiffany Queen
5.     Golden Loom
6.     Juice Head
7.     Chestnut Mare
8.     Midnight Dew
9.     Dixie Highway (feat. Sam Clayton/Little Feat)
10.   We Can Do It All Over Again
11.     Shoot Him
12.     Feel A Whole Lot Better
13.     Turn, Turn, Turn
14.     Mr. Tambourine Man
15.     Eight Miles High

Photos

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Photos by Manfred Becker

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