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Elmulab; das waren der Münchener Komponist, Musiker und bildende Künstler Klaus Netzle (alias u.a. Claude Larsen) und der Münchener Filmkomponist, Arrangeur und Musiker Gerhard “Delle” Haensch (alias Manuel Landy).
Ab Mitte der 1970-er Jahre interessierte sich Klaus Netzle für elektronische Musik. Netzle war fasziniert von der Möglichkeit, elektronische Abläufe in mehreren Spuren zu automatisieren und mit Synthesizern komplette Orchesterklänge zu produzieren. Im japanischen Osaka erwarb er einen der ersten sechs Prototypen des MC8 Microcomposers von Roland sowie ein Exemplar des damals modernsten und am weitesten entwickelten Synthesizers, dem Roland 700. Diese Geräte bildeten die Basis für Netzles Studio für elektronische Musik, Elmulab (“Elektronisches Musik Labor”) genannt.
1979 produzierte Netzle zusammen mit Gerhard Haensch das Album “Microprocessor 8080A”, welches 1980 von der Metronome veröffentlicht wurde und bis heute der einzige Tonträger des Projektes Elmulab blieb.
“Ich wählte “Microprocessor 8080A” als Thema für diese LP”, meinte Klaus Netzle 1980, “zum einen, weil eben dieses Bauelement das Herzstück des Microcomposers MC 8 ist. Zum anderen, um bewusst zu machen, dass Mikroprozessoren inzwischen feste Bestandteile unserer Umwelt geworden sind. So, wie man sich an die Chips elektronischer Rechner gewöhnte, so wird man eines Tages auch Mikroprozessoren als selbstverständlich akzeptieren. Spätestens dann, wenn der Heimcomputer den Stellenwert im privaten Bereich hat, den heute das Fernsehen besitzt.”
Konsequenterweise wählte Netzle für die einzelnen Titel von “Microprocessor 8080A” Kommandos, mit denen der MC 8 programmiert, gelenkt und zum eigenen Komponieren angeregt wird.
Jetzt gibt es ab dem 14. April 2023 dieses wegweisende Werk der elektronischen Musik in Deutschland nach 43 (!) Jahren endlich remastered auf CD und in digitaler Form.