• CD
  • Date : 28.10.2011
  • Package : CD Digipack
  • Running Time CD : 45:51
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Papaslide   –  What Are We Linin’ For?

PAPASLIDE – „You Can’t Hide“
Das mit dem Verstecken wird eher schwer bei Rune Nordvik akà PAPASLIDE. Ein Gardemaß von 1,93m sorgt nicht nur für Lufthoheit beim Atmen sondern erinnert auch stark an Runes Vorfahren, den Wikingern, denn Rune erblickte das Licht der Welt in der Nähe der norwegischen Hafenstadt Bergen in der Provinz Hordaland. Musikhistoriker aus Bryggen verzeichneten hierzu den 25. Februar 1962.
Es war ein Weihnachtsfest knapp 14 Jahre später das Runes Leben nachhaltig beeinflussen sollte. Unter der gewaltigen Nordmanntanne (Abies nordmanniana) im Wohnzimmer seines Elternhauses lag eine sechssaitige akustische Gitarre. Fortan wurde geklimpert was die Saiten hergaben, vor allem Songs von Bob Dylan und Runes damaligen großem Idol John Fogerty.
Doch der Umstand, dass es seinerzeit (Ende der 1970-er) in Norwegen nur einen TV-Kanal gab, nämlich das staatliche Fernsehen NRK (Norsk Rikskringkasting), führte letztendlich dazu, das Rune genau am 21.04.1979 seinen wahren Lebensinhalt fand. Europa sah fern in dieser Nacht, Norwegen eingeschlossen. Und es war zu der Zeit als sich Johnny Dawson Winter III mit seinen Kollegen Jon Paris und Bobby Torello auf die Bühne der Essener Grugahalle begab um den Blues zu zelebrieren. Der Großmeister stand zu diesem Zeitpunkt voll im Saft, war auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt und erteilte allen im Saal und an den Empfangsgeräten eine Lektion in Sachen Bluesrock und war sich auch nicht zu schade dafür mit „Johnny B. Goode“, „Jumpin’ Jack Flash“ und einem Medley eine volle Ladung Rock und R ‘n’ R in das geneigte Publikum zu feuern.
Spätestens bei „Messin’ With The Kid“ war es an diesem Abend um unseren jungen Protagonisten Rune geschehen. Von nun an war der Blues mit all seinen Spielarten und Facetten seine Bestimmung. Rune kaufte sich alle Platten von dem amerikanischen Albino, hörte sich in Robert Johnson, Huddie “Leadbelly” Ledbetter, Muddy Waters, Willi Dixon und den anderen Größen des Genres ein, wechselte die akustische gegen eine verstärkte Gitarre und schuf sich auf dem Griffbrett derselben seinen eigenen Blues-Kosmos. Rune Nordvik wollte von Anfang an über die Grenzen des Blues hinaus und die Welt, die aus drei Akkorden besteht, die über 12 Takte monoton wiederholt werden und Texte begleiten, die meist von bösen, davongelaufenen Frauen handeln, hinter sich lassen.

Er experimentierte mit dem Blues, ließ andere Musikrichtungen einfließen wie Swamp, Country und natürlich Rock und Elemente des Texas-Blues. Seine Fanliebe zu Johnny Winter war in diesen Tagen so groß, das er sich vor lauter Verehrung das Konterfei seines Idols auf die linke Brust tätowieren ließ.
Es dauerte weitere 16 Jahre bis Rune mit „Blues For Breakfast“ seine erste eigene Band formierte. 1997 gab es die ersten Umbesetzungen und man tourte fortan als „Nordvik Blues Band“ durch die Bergener Clubszene und den angesagten Venues der umliegenden Provinzen. Fünf Jahre später fand Rune dann endlich in dem Bassisten Geir Rogno, dem Schlagzeuger Valentin Doner und dem Gitarristen Arild Seim seine kongenialen Partner. PAPASLIDE war geboren.
Innerhalb kurzer Zeit wurde die Band als der heißeste Blues-Act Skandinaviens gehandelt. Clubgigs in ganz Norwegen folgten ausgedehnte Tourneen durch die Nachbarländer. Wenn es Rune gefiel, ging er „mit vollem Geschirr“ auf die Bühne. Das Quartett wurde verstärkt durch einen Bläsersatz, Keyboards und der New Yorker Blues- und Soulröhre Kim Fairchild, die mit ihrem Billie Holiday-Tribute „All Of Me – Selected Songs By Billie Holiday“ Aufsehen erregt hatte.
Auf einer dieser Tourneen traf Rune Norvik dann auf den zweifachen Grammy Gewinner Roy Rogers, der zu dem damaligen Zeitpunkt mit Norton Buffalo (ex-Commander Cody, Steve Miller Band) unterwegs war. Der Slide-Gitarrist aus Kalifornien (u.a Produzent von John Lee Hooker’s Meisterwerk „The Healer“) sah in dem Norweger einen ungeschliffenen Diamanten und führte Rune bei gemeinsamen Sessions in die Geheimnisse und Techniken des Bottlenecks ein.
2009 veröffentlichte Rune mit PAPASLIDE sein erstes Album in Eigenregie. Reichlich Kritikerlob gab es im eigenem Land, die skandinavischen Rocksender stiegen auf „You Can’t Hide“ ein, insbesondere „Blues For Breakfast“ kam bei den Rundfunkredakteuren und DJs an.
2011 legt Rune mit seinem zweiten Longplayer „What Are We Livin’ For“ nach. PAPASLIDE klingen gereifter, abgeklärter gegenüber ihrem Erstling, die Band kommt erdiger, rockiger daher und hat mit dem Titeltrack auch gleich einen Radiohit im Programm. Dazu passt das leicht mystische, versponnene Video von Sveim Heimvik, der den Titel „What Are We Livin’ For“ in einer extrem eindrucksvollen Bildsprache filmisch umgesetzt hat.

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